Rumänien

Eine kleine Landeskunde – kurz gefasst

Rumänien liegt im Südosten Europas und hat ungefähr 19 Millionen Einwohner. Es grenzt an die Ukraine, Moldawien, Bulgarien, Serbien und Ungarn. Die Landschaft von Rumänien wird vor allem durch die Karpaten geprägt. Dieses Gebirge verläuft mitten durch Rumänien. Weil es in einem Bogen verläuft, spricht man auch vom Karpatenbogen. Die Donau ist Rumäniens längster Fluss. Sie fließt von Serbien aus über das „Eiserne Tor“ nach Rumänien. Knapp ein Drittel des Landes von Rumänien ist von Wald bedeckt. In ihm leben unter anderem Braunbären, von denen es in Rumänien mit ca. 6.600 Tieren die größte Anzahl gibt unter den europäischen Ländern

Die drei großen historischen Regionen in Rumänien waren ehemalige Fürstentümer, die sich einst zusammenschlossen: Siebenbürgen, die Walachei und Moldau. Eine deutschsprachige Minderheit, die Rumäniendeutschen, lebten vor allem in Siebenbürgen. Inzwischen sind nur noch 0,2 Prozent der Bevölkerung Rumäniendeutsche. Die große Region Siebenbürgen ist auch unter dem Namen „Transsilvanien“ bekannt und der Legende nach die Heimat von „Graf Dracula“.

Die Hauptstadt mit knapp 2 Millionen Einwohnern ist Bukarest. Auf Rumänisch heißt sie București. Der Legende wurde die Stadt von einem Hirten namens Bucur gegründet. Der Name București bedeutet „Du bist froh”.  Vorbilder für viele Gebäude in der Stadt fand man in Paris, weswegen man die Stadt manchmal „Kleines Paris“ nennt. Ganz nach Pariser Inspiration findet man auch in Bukarest einen Triumphbogen. Besonders beeindruckend ist der Parlamentspalast. Mit seinen 1.100 Räumen ist er eines der größten Gebäude der Welt. Er stammt aus der Zeit des Kommunismus. Heute tagt in ihm das rumänische Parlament.

Musik spielt in Rumänien eine zentrale Rolle. Volksmusik und Folklore bilden das Fundament der rumänischen Kultur. Die meisten in der EU lebenden Roma sind in Rumänien beheimatet. Die geschätzt rund zwei Millionen im Land lebenden Roma sind eine der wichtigsten Säulen der rumänischen Musikkultur. Eine weit verbreitete Tradition in Rumänien ist außerdem der Martisor, eine im März stattfindende Frühlingsfeier. Dieser Tag markiert den Beginn des Frühlings und wird mit dem Schenken von kleinen Amuletten und Schmuckstücken gefeiert, die aus roten und weißen Fäden bestehen. Diese kleinen Symbole sollen Glück und Gesundheit bringen und werden oft als Broschen getragen. 

Bis zum Ende der Sowjetunion gehörte Rumänien zum Warschauer Pakt. Seit 1990 ist das Land eine parlamentarische Republik. Mit dem Ende der sozialistischen Herrschaft erfuhr das Land zwar einen wirtschaftlichen Aufschwung, ein großes Problem bleibt jedoch die Korruption. Schmiergeldzahlungen sind weit verbreitet, etwa in Behörden oder bei der Polizei. Im Rumänischen existieren rund 30 verschiedene Begriffe für das Phänomen Bestechung.

Seit 2004 ist Rumänien Mitglied der NATO und seit 2007 gehört es der Europäischen Union an.

 

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Sämtliche Landeskunden über EU-Staaten:

Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern. Derzeit stehen noch nicht alle Landeskunden vollständig bereit, wir werden diese in nächster Zeit noch ergänzen.

 

Steckbrief

Hauptstadt:
Bukarest

Fläche:
238.397 km²

Bevölkerungsdichte:
84 Einwohner pro km²

Bevölkerungsanzahl:
19 Mio

Amtssprachen:
Rumänisch

Währung:
Leu

BIP pro Kopf:
18.500 Euro (2024)

Arbeitslosenquote:
6 % (2026)

Parlamentarische Republik:

Präsident:
Nicusor Dan

Ministerpräsident:
Ilie Bolojan

Demokratieindex:
Platz 72

 

In der Europäischen Union:

Mitglied seit:
1. Januar 2007

Abgeordnete im Europäischen Parlament:
33

Sehenswürdigkeiten

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Rumänien war bereits in der Altsteinzeit besiedelt. In der Antike, spätestens ab dem 5. Jahrhundert v. Chr., lebten in der Region die Völker der Geten und Daker, die Vorfahren der heutigen Rumänen. Dieses Gebiet ist heute als Transsilvanien (auf Deutsch: Siebenbürgen) bekannt, die Heimat der Romanfigur Graf Dracula. Die Daker unterhielten enge Kontakte mit den Römern, bis diese 100 n. Chr. die Macht übernahmen. Dakien wurde zur römischen Provinz Dacia. Nach mehreren Jahrhunderten römischer Herrschaft zogen sich die Römer aus der Region zurück, woraufhin verschiedene Völker in das Gebiet eindrangen, darunter Goten, Hunnen, Slawen und Awaren.

Im Mittelalter bildeten sich im 14. Jahrhundert mehrere Fürstentümer: die Walachei und Moldau sowie Siebenbürgen, das zeitweise unter ungarischer Herrschaft stand. Diese Fürstentümer leisteten lange Zeit Widerstand gegen die Expansion des Osmanischen Reiches, mussten sich den Osmanen jedoch teilweise unterwerfen. Sie behielten aber dennoch eine gewisse Autonomie. Im 17. und 18. Jahrhundert traten die Habsburger gegen die Osmanen an. Sie sicherten sich mehrere Gebiete, darunter auch Siebenbürgen.

Im 19. Jahrhundert entstand ein starkes nationales Bewusstsein. 1848 kam es zur Rumänischen Revolution, in der die Unabhängigkeit der rumänischen Fürstentümer gefordert wurde. Die Fürstentümer Moldau und Walachei wurden schließlich vereinigt, was den Grundstein für das moderne Rumänien legte. Die vollständige Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich wurde 1877 im Russisch-Osmanischen Krieg erkämpft. 1881 wurde das Königreich Rumänien ausgerufen. Die Monarchie endete 1947 mit der Abdankung des Königs und der Ausrufung der Volksrepublik.

Im 20. Jahrhundert kämpfte Rumänien im Ersten Weltkrieg auf Seiten der Alliierten in einem Bündnis von Großbritannien, Frankreich und Russland. Dabei erweiterte Rumänien sein Territorium erheblich. Während des Zweiten Weltkriegs war Rumänien zunächst mit den Achsenmächten (Deutschland, Italien, Japan) verbündet, wechselte aber 1944 auf die Seite der Alliierten. Rumänien verlor wieder zahlreiche Gebiete an die Sowjetunion und an Bulgarien. Nach Kriegsende geriet das Land unter sowjetischen Einfluss. Die Kommunistische Partei übernahm 1947 die Macht und Rumänien wurde zur „Volksrepublik Rumänien“.

Die kommunistische Herrschaft, insbesondere unter dem Diktator Nicolae Ceaușescu, prägte das Land bis 1989 stark. Er unterdrückte seine Gegner brutal und führte eine neue Familienpolitik ein, nach der jede Familie mindestens fünf Kinder bekommen sollte. Verhütung wurde verboten, viele Familien verarmten und verstießen ihre Kinder.

Die Revolution von 1989 beendete das kommunistische Regime und Rumänien wurde eine demokratische Republik.


Hymne

Deșteaptă-te, române!

1. Strophe
Deșteaptă-te, române, din somnul cel de moarte,
În care te-adânciră barbarii de tirani!
Acum ori niciodată croiește-ți altă soartă,
La care să se-nchine și cruzii tăi dușmani!

2. Strophe
Acum ori niciodată să dăm dovezi la lume
Că-n aste mâni mai curge un sânge de roman,
Și că-n a noastre piepturi păstrăm cu fală-un nume
Triumfător în lupte, un nume de Traian!

4. Strophe
Priviți, mărețe umbre, Mihai, Ștefan, Corvine,
Româna națiune, ai voștri strănepoți,
Cu brațele armate, cu focul vostru-n vine,
„Viață-n libertate ori moarte!“ strigă toți.

11. Strophe
Preoți, cu crucea-n frunte! căci oastea e creștină,
Deviza-i libertate și scopul ei preasfânt,
Murim mai bine-n luptă, cu glorie deplină,
Decât să fim sclavi iarăși în vechiul nost’ pământ!

Übersetzung:

Erwache, Rumäne!

1. Strophe
Erwache, Rumäne, aus deinem Todesschlaf,
In welchen dich barbarische Tyrannen versenket haben!
Jetzt oder nie, webe dir ein anderes Schicksal,
Vor welchem sich auch deine grausamen Feinde verneigen werden!

2. Strophe
Jetzt oder nie, senden wir Beweise in die Welt,
Dass in diesen Adern noch Römerblut fließt,
Dass wir in unseren Herzen stets mit Stolz einen Namen tragen,
Den Sieger seiner Kämpfe, den Namen von Trajan!

4. Strophe
Schaut, erhabene Schatten, Michael, Stefan, Corvin,
Die Rumänische Nation, eure Urenkel,
Mit bewaffneten Armen, euer Feuer in den Adern,
„Leben in Freiheit, oder Tod!“, rufen alle.

11. Strophe
Priester, geht voraus, mit den Kreuzen, denn das Heer ist christlich,
Die Devise heißt Freiheit und der Zweck ist hochheilig,
Lieber glorreich in der Schlacht sterben,
Als wieder Sklaven auf unserem alten Boden zu sein.

Weitere Informationen zur Entstehung:

BpB: Die EU-Mitgliedstaaten und ihre Nationalhymnen

Hymne zum Anhören

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Auf Rumänisch

Deutsch Rumänisch
Guten Tag Buna ziua
Wie geht es Dir? Ce mai faci tu?
Herzlich Willkommen Bun venit
Ich komme aus Deutschland Sunt din Germania
Ich heiße ... Numele meu este...
Vielen Dank Multumesc
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