Lettland

Eine kleine Landeskunde – kurz gefasst

Lettland liegt in Nordosteuropa zwischen Estland und Litauen. Zusammen bilden die drei Länder das sogenannte Baltikum, ein Begriff, der für die drei „Baltischen Staaten“ verwendet wird. Von der Fläche her betrachtet ist Lettland nur ungefähr ein Fünftel so groß wie Deutschland und hat lediglich knapp 2 Millionen Einwohner.

Besonders der östliche Teil Lettlands ist bekannt für seine hügelige Landschaft, die von vielen Seen und Sümpfen geprägt ist. Deshalb wird diese Region auch als das „Land der blauen Seen“ bezeichnet. Die Winter in Lettland sind lang und können von Oktober bis in den April hinein andauern. Dennoch herrscht keine extreme Kälte, da das Land von der maritimen Luft der Ostsee profitiert. Der lettischen Ostseeküste hat das Land auch den Spitznamen „Bernsteinland“ zu verdanken. Mit etwas Glück lassen sich an den dortigen Küsten Bernsteine finden. Mit knapp 53 Prozent bewaldeter Fläche, was für die zahlreich im Land beheimateten Elche einen idealen Lebensraum darstellt, gehört Lettland zu den waldreichsten Ländern der Europäischen Union.

Riga ist nicht nur die Hauptstadt Lettlands, sondern mit mehr als einer halben Million Einwohnern auch die größte Stadt des gesamten Baltikums. Die Stadt ist bekannt für das Freiheitsdenkmal, das in den 1930er Jahren errichtet wurde. Das Denkmal zeigt eine Frauenfigur mit drei Sternen in den Händen, die für die historischen Regionen Kurland, Livland und Lettgallen stehen. Sie symbolisiert den Wunsch nach Unabhängigkeit der Letten. Bis heute legen die Menschen dort Blumen nieder, um an den Kampf für ihre Freiheit zu erinnern.

Das Nationalgericht Lettlands ist „zirni un spekis“, ein einfaches, aber herzhaftes Gericht aus grauen Erbsen mit Speck. Das für Lettland typische Brot ist das „Rupjmaize“, ein dunkles Roggenbrot, das als Grundnahrungsmittel gilt und für seinen süßsauren Geschmack bekannt ist. Allseits beliebt sind außerdem die mit Kartoffeln und Karotten gefüllte Pasteten „Sklandrausis“  sowie die Speckbrötchen „Piragi“.

Die lettische Kultur ist eng mit der Tradition des Saunierens verknüpft. Ein Saunabesuch in Lettland ist mehr als nur ein Ritual zur Körperpflege: Er wird als eine Gelegenheit zur Entspannung und geistigen Reinigung angesehen. Außerdem haben Tanz und Gesang in Lettland eine lange Tradition. Entsprechend dem estnischen Sänger- und Tanzfest „Laulupidu“ finden auch in Lettland alle paar Jahre die Baltic Song and Dance Celebrations statt, ein riesiges Volksfestival mit Chören, Tanzensembles und Musikgruppen.

Nationalfeiertag Lettlands ist der 4. Mai. Er erinnert an die Wiederherstellung der Unabhängigkeit nach dem Ende der Sowjetunion. Seit der Eigenständigkeit ist Lettland eine parlamentarische Republik. Das Land trat 2004 der Europäischen Union bei und führte zehn Jahre später den Euro als Währung ein. Ebenfalls 2004 trat das Land der NATO bei.

Nach oben

Sämtliche Landeskunden über EU-Staaten:

Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern. Derzeit stehen noch nicht alle Landeskunden vollständig bereit, wir werden diese in nächster Zeit noch ergänzen.

 

Steckbrief

Hauptstadt:
Riga

Fläche:
64.594 km²

Bevölkerungsdichte:
31 Einwohner pro km²

Bevölkerungsanzahl:
1,9 Mio.

Amtssprache:
Lettisch

Währung:
Euro

BIP pro Kopf:
26.600 Euro (2024)

Arbeitslosenquote:
6,9 % (2024)

Parlamentarische Republik:

Staatspräsident:
Edgars Rinkevics

Ministerpräsidentin:
Evika Siliņa

Demokratieindex:
Platz 33

 

In der Europäischen Union:

Mitglied seit:
1. Mai 2004

Abgeordnete im Europäischen Parlament:
9

Sehenswürdigkeiten

Geschichte

Auf dem Gebiet des heutigen Lettland lebten bis ins 12. Jahrhundert unterschiedliche baltische Stämme wie die Kuren, Semgallen, Selonen und Lettgallen, die als Vorfahren der Letten gelten.

Im 12. und 13. Jahrhundert kam es durch die Kreuzzüge des Deutschen Ordens zur Eroberung Lettlands und zur Gründung des Deutschordensstaates. Die Kreuzzüge hatten das Ziel, die Region gewaltsam zu unterwerfen und zum Christentum zu bekehren. Neben den estnischen Gebieten umfasste der Deutsche Orden auch weite Teile Lettlands und Preußens.

Im 16. Jahrhundert fand der Ordensstaat sein Ende. Über Jahrhunderte war Lettland ein umkämpftes Gebiet rivalisierender Mächte, geprägt von Fremdherrschaften. So gelangte das Land im Laufe der Zeit unter die Herrschaft von Polen, Dänemark, Schweden und schließlich Russland. Nachdem das Gebiet im 17. Jahrhundert an Schweden überging, geriet Lettland nach dem Großen Nordischen Krieg im frühen 18. Jahrhundert unter russische Kontrolle und wurde im 19. Jahrhundert Teil des Russischen Kaiserreichs. 

Erst nach dem Zusammenbruch des Russischen Zarenreichs und dem Ende des Ersten Weltkriegs erlangte Lettland 1918 seine Unabhängigkeit und gründete die Lettische Republik. Die Phase der Eigenstaatlichkeit dauerte jedoch nur bis 1940. Die Sowjetunion besetzte das Land, gliederte es völkerrechtswidrig in die Sowjetunion ein und gründete 1940 die Lettische Sozialistische Sowjetrepublik. Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges besetzte zunächst das Deutsche Reich Lettland und verübte zahlreiche Menschheitsverbrechen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Lettland erneut Teil der Sowjetunion. Die sowjetische Herrschaft war mit der Deportation vieler Letten in sibirische Arbeitslager und einer massiven russischen Umsiedlungspolitik verbunden war. 

Erst mit den politischen Reformen Michail Gorbatschows in den 1980er Jahren begannen die Letten, wieder nach Autonomie zu streben. 1990 erklärte Lettland die Wiederherstellung seiner Unabhängigkeit, die 1991 von der Sowjetunion anerkannt wurde. Damit endete die jahrzehntelange sowjetische Herrschaft über das Land. Für die im Land lebenden Russen bedeutet die Unabhängigkeit, dass ihre Staatsangehörigkeit zu Lettland nicht anerkannt wurde und sie bis heute als sogenannte Nichtbürger staatenlos bleiben.

Hymne

Dievs, svētī Latviju

Dievs, svētī Latviju
Mūs’ dārgo tēviju
Svētī jel Latviju
Ak svētī jel to!
Kur latvju meitas zied
Kur latvju dēli dzied
Laid mums tur laimē diet
Mūs’ Latvijā!

Übersetzung:

Gott, segne Lettland

Gott, segne Lettland,
Unser teures Vaterland,
Segne Lettland,
Ach, segne es doch!
Wo Lettlands Töchter blühn,
Wo Lettlands Söhne singen,
Lass uns dort im Glücke tanzen,
In unserem Lettland!

Weitere Informationen zur Entstehung:

BpB: Die EU-Mitgliedstaaten und ihre Nationalhymnen

Nationalhymne zum Anhören

Nach oben

Auf Lettisch

Deutsch Lettisch
Guten Tag Labdien
Wie geht es Dir? Ka tev iet?
Herzlich Willkommen Esiet sveicinati
Ich komme aus Deutschland Es esmu no Vacijas
Ich heiße ... Mani sauc...
Vielen Dank Paldies
Auf Wiedersehen Uz redzesanos

Nach oben

Linksammlung

Quellen & weitere Infos

Cookieeinstellungen
X

Wir verwenden Cookies

Wir nutzen auf unseren Websites Cookies. Einige sind notwendig, während andere uns helfen, eine komfortable Nutzung diese Website zu ermöglichen. Einige Cookies werden ggf. für den Abruf eingebetteter Dienste und Inhalte Dritter (z.B. YouTube) von den jeweiligen Anbietern vorausgesetzt und von diesen gesetzt. Gegebenenfalls werden in diesen Fällen auch personenbezogene Informationen an Dritte übertragen. Bitte entscheiden Sie, welche Kategorien Sie zulassen möchten.