Bulgarien

Eine kleine Landeskunde - kurz gefasst

Bulgarien, seit 1990 amtlich als Republik Bulgarien bezeichnet, liegt im Südosten von Europa. Im Süden grenzt es an Griechenland und die Türkei. Im Osten ist das Schwarze Meer gelegen. Flächenmäßig ist das Land weniger als ein Drittel so groß wie Deutschland und hat nur rund 6,5 Millionen Einwohner. In den 1990er Jahren haben viele Bulgaren ihre Heimat verlassen, um in anderen Ländern Europas Arbeit zu finden, vor allem in Spanien, Italien und in Deutschland. Traditionelle Religion in Bulgarien ist das orthodoxe Christentum, dem 75 Prozent der Bevölkerung angehören. Nur rund ein Prozent gehört der evangelischen Kirche ein, und knapp ein Prozent sind Katholiken, 10 Prozent sind Muslime, insbesondere türkischstämmige Einwohner, auch Balkantürken genannt, die sich ab dem 14. Jahrhundert hier angesiedelt hatten. Rund fünf Prozent der Einwohner sind Roma, die früher unter Verfolgung und Vertreibung zu leiden hatten und auch heute noch zu den gesellschaftlichen Außenseitern gehören. Außerdem gibt es eine sehr kleine jüdische Minderheit.

Während sich die Schwarzmeerküste in den vergangenen Jahren zum vielbesuchten Sommerziel entwickelt hat, schenken Urlauber dem Rest des Landes kaum Bedeutung. Sehenswert in der Hauptstadt Sofia sind insbesondere die orthodoxen Kirchen und die Bauten aus der Zeit des Sozialismus. Außerdem ist das Land bekannt für seine „bulgarischen Paprikaschoten" und das weltweit vermarktete Rosenöl.

Musik und Tanz spielen in Bulgarien eine große Rolle und sind Ausdruck der nationalen Identität und des Gemeinschaftsgefühls. Zu den traditionellen Musikinstrumenten gehört die Kaval, eine Hirtenflöte, die Gajda, eine Art Dudelsack, die Trommel Tapan, die auf beiden Seiten bespielt werden kann sowie die Streichinstrumente Gadulka und Gusle. Auch wird im Land Wert gelegt auf Traditionen und Bräuche. Zum Beginn des Jahres finden traditionelle Kukeri-Karnevalsumzüge statt, bei denen Männer in gruseligen Kostümen und mit schweren Glocken böse Geister vertreiben. Und am Frühlingsfest Marteniza schenkt man sich gegenseitig rot-weiße Glücksbringer aus Wolle, um den Frühling zu begrüßen. 

Die Verfassung von 1991 definiert Bulgarien als parlamentarische Republik. Seit Jahren steckt Bulgarien in einer politischen Krise, wiederholt kommt es zu vorgezogenen Parlamentswahlen und Neubesetzungen des Posten des Ministerpräsidenten. Trotz bestehender Bedenken hinsichtlich Korruption, Rechtsstaatlichkeit und organisierter Kriminalität wurde das Land 2007 Mitglied der Europäischen Union. 2025 ist Bulgarien – wie auch Rumänien – dem europäischen Schengen-Raum beigetreten, das heißt, Reisende werden an den Grenzen nicht mehr systematisch kontrolliert. Bulgarien gilt als ärmstes Land in der EU, über ein Fünftel der Bevölkerung lebt unter der nationalen Armutsgrenze. Dennoch ist das Land 2026 der Europäischen Währungsunion beigetreten und hat den Euro eingeführt. Seit 2004 ist Bulgarien außerdem Mitglied der NATO.

 

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Sämtliche Landeskunden über EU-Staaten:

Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern. Derzeit stehen noch nicht alle Landeskunden vollständig bereit, wir werden diese in nächster Zeit noch ergänzen.

 

Steckbrief

Hauptstadt:
Sofia

Fläche:
110.994 km²

Bevölkerungsdichte:
58 Einwohner pro km²

Bevölkerungsanzahl:
6,5 Mio

Amtssprachen:
Bulgarisch

Währung:
Euro

BIP pro Kopf:
16.200 Euro (2024)

Arbeitslosenquote:
3 % (2026)

Parlamentarische Republik:

Präsidentin:
Iliana Jotowa

Ministerpräsident:
Andrej Gjurow (Übergangsregierung)

Demokratieindex:
Platz 62

 

In der Europäischen Union:

Mitglied seit:
1. Januar 2007

Abgeordnete im Europäischen Parlament:
17

Sehenswürdigkeiten

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Bulgarien war bereits in der Altsteinzeit besiedelt. In der Antike siedelte sich das Volk der Thraker auf dem Balkan an, in einer Region, die heute im Südosten von Bulgarien liegt, aber auch im benachbarten Griechenland und der Türkei. Später gründeten zunächst die Griechen viele Stadtstaaten auf dem Gebiet, darunter auch einige an der Küste des Schwarzen Meeres, anschließend eroberten die Römer das Gebiet.

Im 7. Jahrhundert entstand das Erste Bulgarische Reich. Das sich nördlich des Schwarzen Meeres erstreckende Großbulgarenreich wurde im Jahr 632 gegründet. Bis zum 10. Jahrhundert war Bulgarien ein mächtiges Reich, bis es schließlich zerfiel und 1018 von Byzanz erobert wurde. Die Bulgaren lehnten sich in mehreren Aufständen erfolgreich gegen die byzantinische Herrschaft auf. Im Jahr 1186 wurde das Zweite Bulgarische Reich gegründet Im 13. Jahrhundert fielen Mongolen in das Land ein und im 14. Jahrhundert musste sich das Land schließlich den Osmanen unterwerfen, die Bulgarien dann über fünf Jahrhunderte hinweg beherrschten.

Über lange Zeit lehnten sich die Bulgarien erfolglos gegen die Fremdherrschaft auf. Erst als Russland, das sich als Schutzmacht aller Slawen verstand, 1877 dem Osmanischen Reich den Krieg erklärte, erlangte Bulgarien 1878 mit dem Frieden von San Stefano seine Unabhängigkeit. Das Osmanische Reich erkannte allerdings erst 1908 die Unabhängigkeit Bulgariens an. Im Jahr 1912 taten sich Bulgarien, Serbien, Montenegro und Griechenland zum Balkanbund zusammen mit dem Ziel, das Osmanische Reich von der Balkanhalbinsel zu verdrängen, was den Ersten und Zweiten Balkankrieg nach sich zog. Damit endete die jahrhundertelange Osmanenherrschaft auf der Balkanhalbinsel.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ergriffen Kommunisten die Macht in Bulgarien und das Land geriet unter sowjetischen Einfluss. So wurde die neu gegründete „Volksrepublik Bulgarien“ bis 1989 von der Bulgarischen Kommunistischen Partei regiert, die das Land fest im Ostblock verankerte und an die Sowjetunion band.

Hymne

Mila Rodino

1. Strophe:
Gorda Stara planina,
Do nej Dunava sinej,
Slance Trakija ogrjawa,
Nad Pirina plamenej.

Refrain:
Mila Rodino,
Ti si semen raj,
Tvojta hubost, tvojta prelest,
Ach, te njamat kraj.
(2x)

Übersetzung:

Liebe Heimat

1. Strophe
Das Balkangebirge ist stolz,
Die blaue Donau fließt nebenan,
Die Sonne scheint über Thrakien,
Und leuchtet feuerrot über dem Pirin-Gebirge.

Refrain
Liebe Heimat,
Du bist das Paradies auf Erden,
Deine Schönheit, deine Anmut,
Ach, sie sind unendlich.
(2x)

Weitere Informationen zur Entstehung:

BpB: Die EU-Mitgliedstaaten und ihre Nationalhymnen

Hymne zum Anhören

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