Europa im Unterricht

 

Erweiterung(en) der EU

Flaggen der Mitgliedsstaaten. © European Union, 2014 / Source: EC - Audiovisual Service / Photo: Georges Boulougouris

Die Europäische Gemeinschaft entstand nicht zuletzt aus dem Sicherheitsbedürfnis der europäischen Staaten nach dem zweiten Weltkrieg. Staaten, die sich vorher bekriegt hatten, kamen zu dem Schluss, dass ohne eine engere Zusammenarbeit und Freundschaft auf dem alten Kontinent kein Frieden möglich ist.

Im Laufe der Jahre gesellten sich zu den Gründungsmitgliedern Frankreich, Deutschland, Italien und den Benelux-Staaten auch andere Staaten Europas.

Mit der Norderweiterung um Großbritannien, Irland und Dänemark (1973), der Süderweiterung um Griechenland (1981), Portugal und Spanien (1986) und der EFTA-Erweiterung (European Free Trade Association) um Österreich, Finnland und Schweden (1995) wuchs die Europäische Union auf 15 Mitgliedsstaaten an.

Die so genannte Ost-Erweiterung der EU von 15 auf nun 28 Mitgliedsstaaten erfolgte in mehreren Phasen. Die ersten zehn dieser Länder - Zypern, die Tschechische Republik, Estland, Ungarn, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakische Republik und Slowenien traten am 1. Mai 2004 bei. Bulgarien und Rumänien folgten in der zweiten Phase am 1. Januar 2007. Am 1. Juli 2013 wurde Kroatien 28. Mitgliedsstaat.

Beitrittskandidaten und potenzielle Bewerberländer

Die Länder Südosteuropas stehen auf der Liste zukünftiger Erweiterungen ganz oben. Dabei befinden sich diese Länder auf ihrem Weg in Richtung EU in verschiedenen Stadien der Beitrittsreife.
 
Die Türkei ist Beitrittskandidat. Am 3. Oktober 2005 wurden die Beitrittsverhandlungen mit ihr eröffnet. Bis zum Abschluss der Verhandlungen ist es aber noch ein langer Weg: Anfang 2013 war erst eines von 33 Verhandlungskapiteln abgeschlossen.

Im Dezember 2005 hat die Europäische Kommission der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien den Status eines Beitrittslandes verliehen, die Beitrittsverhandlungen haben aber noch nicht begonnen. Ein großes Hindernis stellt nach wie vor der anhaltende Namensstreit mit dem EU-Mitglied Griechenland dar.

Island gehört seit dem 17. Juni 2010 ebenfalls zu den offiziellen Beitrittskandidaten der EU. Die Beitrittsverhandlungen wurden am 27. Juli 2010 aufgenommen, Ende 2012 war etwa ein Drittel der Verhandlungskapitel abgeschlossen.

Serbien ist seit März 2012 offizieller Beitrittskandidat, nachdem eine Reihe von Bedingungen erfüllt wurden, insbesondere die Auslieferung von mutmaßlichen Kriegsverbrechern an das internationale Tribunal in den Haag. Ab 2014 sollen die Beitrittsverhandlungen aufgenommen werden.

Auch Montenegro, welches am 12. Juni 2006 von der EU offiziell als Staat anerkannt wurde, möchte Mitglied werden. Seit Dezember 2010 ist das Land Beitrittskandidat, die Verhandlungen sind aber noch in der Anfangsphase.

Alle anderen westlichen Balkanländer sind potenzielle Bewerber:
Albanien, Bosnien-Herzegowina und der Kosovo. Die EU hat sich wiederholt auf höchster politischer Ebene zur EU-Mitgliedschaft der westlichen Balkanländer bekannt, sofern diese die Beitrittskriterien erfüllen.

Kopenhagener Kriterien

Die zukünftigen Mitgliedsländer müssen bestimmte wirtschaftliche und politische Bedingungen, die so genannten "Kopenhagener Kriterien", erfüllen, um der Union beizutreten zu können. Den folgenden Voraussetzungen müssen die neuen Mitgliedsländer daher entsprechen:

  • Stabilität der Institutionen, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte sowie Achtung und Schutz von Minderheiten;
  • Eine funktionierende Marktwirtschaft
  • Die Übernahme der gemeinschaftlichen Regeln, Standards und Politiken, die die Gesamtheit des EU-Rechts darstellen.

Die EU ihrerseits unterstützt diese Staaten bei der Verbesserung der Infrastruktur und Wirtschaft, hilft bei der Übernahme des EU-Rechts, und stellt finanzielle Unterstützung zur Verfügung.

Die Entscheidung für eine erneute Erweiterung der Europäische Union ist eng mit dem Zusammenbruch des Ostblocks verknüpft.
Die Länder Osteuropas sollen bei ihrer Transformation von einem totalitären Herrschaftssystem hin zu demokratischen und rechtsstaatlichen Strukturen unterstützt werden und durch ihre Integration in die Europäische Union ein großer Schritt zur Friedenssicherung in Europa getan werden.

Weiterführende Links:

 

Offizielle Webseite der EU

 

Die offizielle Webseite der EU bietet weitreichende Informationen in allen Amtssprachen der EU. Verständlich und kompakt führt sie uns durch die verschiedensten Themengebiete der EU.
 

 
 
 
 
 

Die EU im Unterricht

 

Auf den Seiten "Die EU für Lehrer/innen" finden Sie Unterrichtsmaterialien zur EU für unterschiedliche Altersgruppen. Ob Sie Ihren Schülerinnen und Schülern erklären wollen, was die EU tut, wie sie begann und wie sie arbeitet oder ob Sie mit ihnen ausführlicher über EU-Politik diskutieren wollen – Sie werden hier Anregungen in Hülle und Fülle finden.